Modell Zukunft Steiermark Diskussion zum Thema Glauben am 17. Dezember 2009 im Grazer Kunsthaus.

Im Rahmen des Modell Zukunft Steiermark lud Landeshauptmann Stv. Hermann Schützenhöfer ins Grazer Kunsthaus – mehr als 500 Interessierte forderten die Organisatoren – zu einer Diskussion, in der die Existenz Gottes hinterfragt wurde. Das Streitgespräch führten der Philosoph Univ.-Prof. Dr. Rudolf Burger, Dr. Franz Lackner, Weihbischof der Diözese Graz-Seckau, und der Quantenphysiker Univ.-Prof. Dr. DDr. h. c. Anton Zeilinger.

Einleitend bekannte sich LH-Vize Hermann Schützenhöfer als Katholik. „Wir diskutieren über den Glauben, weil wir uns das Leben nicht so einfach machen wollen wie es manche tun.“

In Österreich gibt es fünf ein halb Millionen Katholiken und 1,2 Millionen Konfessionslose. Zeilinger, der sich als „gläubiger Naturwissenschafter“ bezeichnete, hielt einen Religionskonflikt für überflüssig. „Wir werden nie erklären können, woher die Naturgesetze kommen. Ob sie auf einen Gott zurück zu führen sind, muss jeder subjektiv für sich entscheiden. Was für einen wahr erscheint, muss nicht für einen anderen wahr erscheinen.“

Burger wies darauf hin, dass sich vor 25, 30 Jahren alle großen Bewegungen „überraschender Weise“ säkulär gestaltet hätten. „Ein konfliktfreies Nebeneinander ist heute mehr oder weniger möglich.“ Es gäbe zwei Konzepte: „Den Gott der Philosophen, den Schöpfer der Welt, und den Gott, der in die Naturgesetze eingreift.“ In religiösen Ansichten herrsche eine gewisse Unaufrichtigkeit. „Man will die Dinge nicht beim wahren Namen ansprechen.“

Die Evolution könne durchaus ein Werkzeug Gottes sein, sei andererseits nicht unbedingt ein Gottesbeweis, gab sich Zeilinger skeptisch. „Man hatte einst die Lückenbüßergötter erfunden, die wurden aber zurück gedrängt.“

Als Theologe mahnte Lackner: „Verstehen wir das, was in der Offenbarung gesagt wurde, nicht zu schnell.“

Die Veranstaltung war ein großartiger Erfolg und eine krönende Schlussveranstaltung eines Jahres, in dem sowohl das „Modell“ der steirischen Volkspartei als auch der Dienstalk zu Höchstform aufgelaufen waren und die Partei wieder zu alten Qualitäten gefunden hat: Diskussion ist nicht nur erlaubt, sie ist notwendig, wenn man die Steiermark gestalten will.

Zahlreiche Reaktionen erreichten Landesgeschäftsführer Bernhard Rinner noch heute Vormittag, Dutzende Briefe, Mails und Anrufe brachten zum Ausdruck: das Team von Hermann Schützenhöfer für die programmatische und inhaltliche Arbeit ist am richtigen Weg und ist in hausinterne Konkurrenz mit den Glanzeiten des „Modell Steiermark“ getreten.

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>