Modell-Zukunft-Steiermark-Diskussion zum Thema Familie am 13. Mai 2008 im Grazer Kunsthaus.
Einer der Themenschwerpunkte des Weiß-Grünen Weges 2008 der Steirischen Volkspartei ist die Familienpolitik. Im Rahmen des MODELL:ZUKUNFT:STEIERMARK fand im Grazer Kunsthaus eine diesbezügliche Podiumsdiskussion „VATER, MUTTER, KIND, GOLDEN RETRIEVER“ mit dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx, der Psychoanalytikerin Univ.-Prof. Dr. Rotraud A. Perner und dem Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung, o. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, statt. Es moderierte Ronald Barazon.
In einer „klassischen Familie“ aufgewachsen wünsche er jedem Menschen, in einer solchen leben zu können“, wusste Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer um die geänderten Realitäten. „38% der steirischen Familien sind Paare ohne Kinder, 43% Ehepaare mit Kindern, 6% Lebensgemeinschaften mit Kindern, 11% alleinerziehende Mütter, 2% alleinerziehende Väter.“ Als Politiker gehe es ihm darum, die Rahmenbedingungen zu verbessern, „damit wieder mehr Mut zum Kind hat.“
Horx stimmte überein: „Mit steuerlichen Entlastungen und einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ließe sich der Trend zu geringer Kinderanzahl umdrehen.“ Hätte die Familie in früheren Zeiten zur Lebensabsicherung beigetragen, würde die heutige geänderte Situation der Frauen und die größere gesellschaftliche Freiheit die Entstehung neuer Partnerschaftsformen begünstigen. Im 19. Jahrhundert hätte die Großfamilie dominiert, Mitte des vorigen Jahrhunderts die Kleinfamilie, heute streuten sich die Lebensformen über Patchwork-Familien, Alleinerziehende, Singles bis hin zu Homosexuellen-Partnerschaften. „Aber es gibt mehr zufriedene und glücklichere Familien als früher. Wir haben neue Kulturtechniken, um die Herausforderungen des Zusammenlebens zu bewältigen.“ Um ein Kind zu erziehen bedürfe es im Grunde genommen eines „Dorfes“, Onkel, Freunde, ein größerer Familienkreis gehörten dazu. Das Familienbild der Gesellschaft sei unzweifelhaft im Wandel begriffen.
Ökonomische Hintergründe hätten in den 70-er Jahren dazu geführt, dass neue Familienformen entstanden seien, führte Perner aus. Sie plädierte für eine Art Eltern-„Führerschein“ als Vorbereitung auf familiäres Miteinander: „Wie kann ich Verbindlichkeit vermitteln? Viele glauben, sie müssten sich nach familiären Klischees verhalten. In erster Linie geht es aber darum: Wie strukturiere ich mein Leben?“
Mazal forderte dazu auf, den jungen Menschen Mut zu machen, „ihr Leben zu reflektieren. Wir sollten ihnen unterschiedliche Formen des Lebens zeigen, damit sie wissen, was sie annehmen oder ablehnen können“. Diese Entscheidung dürfe von der Politik nicht verteufelt werden, fand er sich mit Schützenhöfer auf einer Linie. Familienpolitik sei letztlich eine Frage der Ideologie, resümierte dieser. „Welche Prioritäten setzen wir?“






Es wurden noch keine Kommentare geschrieben.