Auftaktveranstaltung „Modell: Zukunft: Steiermark“ am 24.03.2007.
„Zukunft haben jene, die wissen, woher sie kommen und begründen können, wohin sie wollen. Politik wieder auf den Weg des Dialogs zu führen, ist unser Programm“, so LPO Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer bei der Auftaktveranstaltung zum Dialogprozess der Steirischen Volkspartei „Modell: Zukunft: Steiermark“. „Es ist schwerer umzusetzen als eine Schlagzeile zu produzieren, aber wir beginnen diesen Prozess, weil wir von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt sind.“
„Wir starten heute den Versuch, wieder Politik in die Politik zu bringen. Alle, denen die primitive Inszenierung politischer Vorgänge zuwider ist, sind eingeladen mitzumachen“, fordert Schützenhöfer die Steirerinnen und Steirer auf sich am Dialogprozess zu beteiligen.
Als eine Frage der Selbstverständlichkeit sieht Schützenhöfer, dass im Lande Kinderkrippen, ganztägige Kindergärten und ganztägige Schulformen angeboten werden müssen. „Faktum ist, dass 70 % der erwerbsfähigen Frauen mit Kindern arbeiten, bald werden es noch mehr sein und das ist gut so. Wer haben will, dass es mehr Kinder im Lande gibt, wird den Frauen nicht vorschreiben dürfen, wie sie zu leben haben. Es ist Aufgabe der Politik die Rahmenbedingungen für alle Formen zu schaffen.“
Schützenhöfer sprach auch die nicht dem „idealen Familienbild“ entsprechenden Zusammen-Lebens-Formen an: „Sie sind ein wachsender Teil in der Gesellschaft und sie sind nicht nur zu akzeptieren, sondern willkommen. Es muss Schluss sein damit, sich als Scharfrichter aufzuspielen und mit dem Scheiterhaufen zu drohen, wenn ist, was angeblich nicht sein darf! Das christliche Menschenbild geht davon aus, dass jeder Mensch für sich eine einzigartige Person im großen Strom der Zeit ist. Wir sollten die Menschen nehmen wie sie sind und ihnen ein Angebot machen.“
LGF Mag. Bernhard Rinner zeigte sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden: „Es freut mich, dass sich so viele Interessierte Zeit genommen haben. Wir haben mit diesem Titel wohl auch Interesse geweckt. Aber das ist erst der Beginn einer inhaltlichen Schwerpunktreihe für die Steirerinnen und Steirer.“ Über 500 Steirerinnen und Steirer sind zur Auftaktveranstaltung in die Helmut-List-Halle gekommen.
Bei der Auftaktveranstaltung zum Dialogprozess wurde der Dialog in vier Formen geführt: Im Forum auf www.entscheide.at, über eine live-Übertragung im Internet, mittels Agora-Stationen in der List-Halle und im Dialog auf der Bühne.
Zum Thema „Die Bedeutung von Politik in Österreich“ hat Dr. Sophie Karmasin eine aktuelle Studie von Karmasin Motivforschung präsentiert. Diese brisante Studie hatte zum Ziel, die Einstellung der österreichischen Bevölkerung zu Politik zu analysieren. Abgefragt wurde zum Beispiel auch das Vertrauen der Bevölkerung in Instanzen und Autoritäten – Ergebnis: Die Wissenschaft genießt in Österreich das größte Vertrauen in der Bevölkerung (fast zwei Drittel vertrauen diesen Institutionen sehr). Auch die Privatwirtschaft wird in diesem Zusammenhang von fast jedem Zweiten positiv bewertet. Misstrauen herrscht hingegen der Politik und den Medien gegenüber.
Nach den Referaten von Dr. Isolde Charim „Mehr als erwartet. Was kann Politik heute?“ und von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Burger „Demokratie im Zeitalter ihrer Globalisierung“, hat eine spannende und kontroversielle Disputatio mit den beiden Philosophen stattgefunden.
Damit sich auch Mütter und Väter am Dialog in der List-Halle beteiligen konnten, stellte die Steirische Volkspartei professionelle Kinderbetreuung vor Ort zur Verfügung.






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