Dienstalk

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Preise im Keller – Bauern auf den Barrikaden

(DiensTalk vom 20. Oktober 2009)

„Wenn der Preis nicht stimmt, stellt das für die Bäuerinnen und Bauern eine Überlebensfrage dar“, fand LGF Mag. Bernhard Rinner beim DiensTalk in der Parteizentrale am Karmeliterplatz einen dramatischen Einstieg. „Wie reagiert die Landwirtschaftskammer?“ Ein „spannendes Thema“ sowohl für Konsumenten als auch für den Handel, heizte Moderatorin Dr. Gisela Hopfmüller – es war ihre Premiere beim DiensTalk – die Diskussion an.

 

Landwirtschaftkammer-Präsident ÖKR Gerhard Wlodkowski sprach von einer „prekären Situation. Innerhalb eines halben Jahres hat sich durch die Wirtschafts- und Finanzkrise alles verändert. Die Preise sind massiv verfallen, leider auch im Getreidesektor. Jetzt stellt sich die Frage, welche Maßnahmen gesetzt werden müssen.“ 2006/07 habe man „Gott sei Dank“ noch Zuwächse gehabt, weil die Weltmarktpreise angezogen hätten. Der Wille des Konsumenten zum Qualitätsprodukt zu greifen sei zwar vorhanden, aber letztlich entscheide man sich beim Einkauf für das billigere Produkt.

Nichts desto Trotz halte man beim Obstverkauf an der Schiene Qualität und Regionalität fest“, versicherte OPST-Vorsitzender (Obstpartner Steiermark) Gerhard Meixner: „Wir zielen darauf ab, dass alle profitieren, insbesondere der Lebensmittelhandel. Der Bauer von heute ist der Profi in der Lebensmittelproduktion, auch wenn er ein zweites Standbein braucht.“

Die Preise zu halten gestalte sich problematisch, da sich alle drei österreichischen Handelsketten auf Expansionstripp befänden, gab sich Wlodkowski illusionslos. SPAR-Geschäftsführer (Steiermark und Burgenland) Erwin Schmuck betonte den starken Österreichbezug seiner Handelskette:„Wir kaufen nur Produkte aus der Steiermark, weil die Verbraucher das wollen.“ SPAR werde weiter auf Regionalität setzen, kündigte Schmuck für nächstes Jahr eine 65 Millionen Euro-Investition an.