Dienstalk

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Jung, rechts und chic?

Wo steht Österreichs Jugend?

(DiensTalk vom 13. Oktober 2009)

Wo steht Österreichs Jugend? Wählt sie tatsächlich überwiegend rechts, wie man Umfragen zu entnehmen glaubt? Diesen Fragen gingen auf Einladung von LGF Bernhard Rinner beim DiensTalk in der VP-Parteizentrale am Grazer Karmeliterplatze die Podiumsreferenten Wolfgang Bachmayer, OGM-Meinungsforscher, Younes Ouaqasse, Bundesvorsitzender der Schüler-Union Deutschland, Mag. Julia Schaar, gf. Landesobfrau der Jungen ÖVP Kärnten, und Philipp Schrangl, Bundesobmann Ring Freiheitlicher Studenten, nach. Es moderierte Mag. Peter Bermann: „FPÖ-Strache ist der Politiker mit dem höchsten Bekanntheitsgrad.“

 

Für „blanken Unsinn“ hielt Bachmayer die Behauptung, die Jugend sei rechts. „Dass manche rechte Parteien wählen ist nicht Ausdruck rechter Gesinnung, sondern eine Folge des schlechten Angebotes.“ Rechtsparteien würden das Protestbedürfnis ansprechen.

„Das politische Spektrum reicht von links bis zur Mitte bis rechts“ verwahrte sich Schaar dagegen, die Jugend würde rechts wählen. „Die Jugend ist allerdings enttäuscht von der Art und Weise, wie Politik gemacht wird. Sie fragt sich, inwieweit die Parteien in der Lage sind, klare Antworten zu geben statt bloß wischi-waschi.“

Gegen eine Pauschalierung sprach sich Ouaquasse aus, der sich auf Integrationsfragen fokussierte. „Warum haben sich Griechen, Franzosen, Italiener in Deutschland besser integriert als Araber? Es kann sich jeder integrieren, er muss es nur wollen.“ Seinem Eindruck nach drifte Deutschland eher nach rechts als nach links wobei die Leute eher vor rechts Angst hätten.

„Rechts und links ist für die Jugendlichen nicht mehr wichtig. Seit der 68-er Jugend hat sich viel verschoben, auch wenn die Jugend immer noch rebellieren möchte.“ Seine FPÖ spreche deren Probleme an, schiebe sie nicht beiseite, warb Schrangl in eigener Sache.

Die Jugend entscheide emotionsgeladen, vermisste Bachmayer seitens der Regierungsparteien ein Angebot an Perspektiven.