Dienstalk

Mitdenken. Mitreden. Mitgestalten.

Schweinegrippe, SARS und Geflügelpest

Berechtigte Angst oder übertriebene Panik?

(DiensTalk vom 12. Mai 2009)

Zum DienstTalk in der VP-Zentrale am Grazer Karmeliterplatz konnte LGF Bernhard Rinner eine prominente Gästerunde begrüßen: Univ.-Prof. Dr. Harald H. Kessler vom Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz, Apothekerkammer-Präsident Mag. Dr. Gerhard Kobinger sowie den Direktor des Flughafens Graz-Thalerhof, Mag. Gerhard Widmann. Es moderierte Eva Weissenberger.

Wird die Angst vor Schweinegrippe, SARS und Geflügelpest von den Medien am Leben gehalten und ist die Panik oftmals übertrieben, oder müssen wir uns wirklich Sorgen machen?

Professor Kessler gibt noch keine Entwarnung, die Krankheit existiere noch immer, allerdings habe man die Situation bereits gut im Griff. Der Vorteil im Fall der Schweinegrippe ist, dass das Virus nicht besonders gefährlich ist. Wenn man sich von großen Menschenmengen fernhält und sich ausreichend um die Handhygiene kümmert, ist die Wahrscheinlichkeit grundsätzlich nicht sehr hoch, dass man an einer Influenza erkrankt.

Auch Apothekerkammer-Präsident Kobinger gibt Entwarnung: „Was wir jetzt hatten, war keine Pandemie, es hatte allerdings das Potenzial einer Pandemie.“ Der grundsätzliche Gedanke eines Pandemie-Planes, den es selbstverständlich gibt, ist die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens, d.h. Schlüsselpersonen werden medikamentös vorbehandelt, im Fall des Landes Steiermark wären dies 120.000 Personen in ausgewählten Positionen.

Flughafendirektor Widmann bestätigt, dass Graz bzw. die Steiermark über die Anbindung zu den Flughäfen Frankfurt, München und Wien an das weltweite Streckennetz angebunden sind. Die Airlines waren im Fall der Schweinegrippe durch das Gesundheitsministerium verpflichtet, die aus Mexiko kommenden Passagiere zu melden. Selbstverständlich gibt es auch im Bereich des Flughafens exakte Notfallpläne.

Alles in allem kam man zum Schluss, dass die steirische Bevölkerung sehr besonnen reagiert hat. Was man sich allerdings stets vor Augen halten sollte: Nach der Grippe ist vor der Grippe.